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  • Eisenbahn in Coburger Land

    Wolfgang Bleiweis, Stefan Goldschmidt, Bernd Schmitt

    • Geschichte der Eisenbahnstrecken im Herzogtum
    • Format 21 x 29,7cm, 264 Seiten ca. 400 Abbildungen (30 in Farbe)
    • Zum Preis von 35,50€ + Porto/Verpackung
    • ISBN 9802748-4-5

    nicht mehr lieferbar

    Vorwort

    Das Coburger Land und seine Eisenbahnstrecken weist eine vielfältige Vergangenheit wie kaum ein anderes Gebiet in Deutschland auf Nach dem Zweiten Weltkrieges von drei Himmelsrichtungen vom „Eisernen Vorhang“ eingekesselt, geriet es verkehrsmäßig ins Abseits. Die traditionellen Bindungen nach Thüringen wurden damit jäh unterbrochen.

    Den Anschluss an den westlichen Teil des geteilten Landes stellte zwischen Coburg und Lichtenfels die Werrabahn her. Alle anderen Strecken, abgesehen von den Stichstrecken Coburg - Rodach und Creidlitz - Rossach, waren unterbrochen. Über vierzig Jahre hinweg lag Coburg, und damit die Eisenbahn, im Abseits. Zwar wurde schon 1950 mit der Elektrifizierung die Verbundenheit des Freistaates Bayern zu den 1920 ,,angeschlossenen„ Coburgern demonstriert, ansonsten erfolgte im Laufe der Zeit eine schleichende Demontage der Schienenwege.

    Für den Eisenbahnfreund bedeutete die Randlage des Coburger Landes jedoch einen überaus interessanten Bahnbetrieb mit Fahrzeugen, die anderenorts schon längst verschwunden waren. Der Dampfbetrieb mit der Baureihe 86 hielt sich bis Anfang der siebziger Jahre verhältnismäßig lange. Und erst im Frühjahr 1974 hatten sich mit Aufgabe der letzten 50er-Leistungen die letzten Rauchschwaden im ehemaligen Herzogtum endgültig verzogen. Die Nachfolge der Dampflokomotiven trat die Diesellok-Baureihe V 80 an, womit wieder Exoten im Coburger Land führen. Diese nur in zehn Exemplaren gebauten Maschinen war die erste deutsche Nachkriegsdiesellok. Bis Anfang der achtziger Jahre kamen noch die Altbauelloks der Baureihen E 18, E 44 und E 94 auf der Hauptstrecke zum Einsatz. Ml dies führte dazu, daß Eisenbahnfreunde von überall her kamen, um Lokraritäten, zu denen auch die fünf Vorserienloks der Baureihe E 10.0 sowie die Schnellzugloks E 19 zählten, in Coburg und Umgebung im Bild festzuhalten.

    Nicht minder interessant als die Fahrzeuge waren auch die Strecken, auf denen diese führen. Die landschaftlich reizvolle Steinachtalbahn wies bis zur Einstellung des Personenverkehrs - bedingt durch die Unterbrechung hinter Fürth am Berg - ein ebenso aufwendiges wie interessantes Betriebsgeschehen auf.

    Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze rückte Coburg und sein Umland wieder in die Mine des wiedervereinten Deutschlands. Die jedoch in den Jahrzehnten zuvor erfolgte Verlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße haue auch hier nachhaltige Folgen. Von den durch die Grenze zerschnittenen Strecken konnte nur noch die Strecke Coburg-Neustadt, seit 1975 elektrisch betrieben, durchgehend befahren werden. Die alte Werrabahn nach Eisfeld war schon längst aus der hügeligen Landschaft verschwunden. Die Steinachtalbahn existierte nur noch bis Hof-Steinach im Güterverkehr und das Verfahren zur Stillegung des Restverkehrs ab Ebersdorf war zum damaligen Zeitpunkt bereits angelaufen. Erfreulicherweise verliefen die Bemühungen der Bundesbahn- Direktion Nürnberg, die Verbindung Neustadt -Sonneberg wiederherzustellen, nicht im Sande. Im September 1991 konnten nach über vierzig Jahren die Züge, nun sogar elektrisch, wieder bis Sonneberg durchfahren!

    Dieses Buch dokumentiert die wechselvolle Geschichte der Eisenbahnen im Coburger Land in Wort und Bild. Während der jahrelangen Materialsuche kamen zahlreiche interessante Bilddokumente zum Vorschein. Naturgemäß findet sich aus der Anfangszeit der Eisenbahn bis zur Mine des 20. Jahrhundert relativ wenig. Schwerpunkt dieses Buches ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die frühen siebziger Jahre, als der Eisenbahnbetrieb in und um Coburg noch in voller Blüte stand. Ein ausführlicher Teil ist neben den einzelnen Strecken und den Coburger Bahnhöfen auch dem hiesigen Bahnbetriebswerk gewidmet.

    War ursprünglich geplant, den Schwerpunkt auf die textliche Darstellung der Eisenbahngeschichte im Coburger Land zu legen, so mußte dieses Vorhaben aufgrund des umfangreichen und interessanten Bildmaterials zurückgestellt werden. Die Entstehungsgeschichte der Eisenbahn in und um Coburg wurde bereits in mehreren Veröffentlichungen beschrieben. Deshalb wird im vorliegenden Buch relativ kurz, aber prägnant auf die wichtigsten Daten und Ereignisse eingegangen und vielmehr in den Bildtexten auf Besonderheiten eingegangen.

    Wenn nun die eine oder andere Abbildung in dem Buch enthalten ist, welche zuvor bereits in anderen Publikationen über das Coburger Land veröffentlicht wurde, so ist dies im Sinne der Gesamtheit, welches dieses Buch darstellen soll, durchaus gewollt. Und selbst jüngere Aufnahmen aus den achtziger Jahren gehören in unserer schnelllebigen Zeit bereits zur Geschichte der Eisenbahn im Coburger Land!

    Schweinfurt, Coburg und Staffelstein, im September 1996

    Wolfgang Bleiweis, Stefan Goldschmidt, Bernd Schmitt

    coburger_land.txt · Zuletzt geändert: 12.07.2016 17:46 von Stefan Goldschmidt