Die Steinachtalbahn - Vorbild und Modell
Vorbild
Die im Volksmund als
„Steinachtalbahn“ bekannte Nebenbahnstrecke führte von Ebersdorf b. Cob.
über Weidhausen und Hof-Steinach nach Neustadt b. Cob.. Den Zusatz
„Steinachtalbahn“ erhielt die Strecke, da sie ab Leutendorf dem Lauf der aus
Thüringen kommenden Steinach folgte. Zusammen mit der Hauptbahn Coburg –
Sonneberg bildete sie eine Art Ringbahn und erhielt
deshalb
auch den Namen „Karussellbahn“ im Hinblick auf die durchgehenden
Zugverbindungen Coburg – Hof-Steinach – Neustadt b. Cob. – Coburg. Der
Bahnhof Hof-Steinach war als Betriebsmittelpunkt der größte Unterwegsbahnhof
und besaß auch eine Lokstation als Außenstelle des Bahnbetriebswerkes
Coburg.
Die Strecke wurde in zwei
Teilstücken eröffnet:
01.08.1901: Ebersdorf b. Cob.
– Weidhausen
01.11.1920: Weidhausen –
Neustadt b. Cob.
Die lange Zeit zwischen der
Eröffnung des ersten und des zweiten Streckenabschnittes spiegelte sich auch
in der Gestaltung der Bahnhofsgebäude wieder: So wurden die Bahnhöfe auf dem
Abschnitt bis Weidhausen in rotem Ziegelstein errichtet, die späteren
Gebäude in markanter Fachwerkbauweise.
Nach Ende des Zweiten
Weltkrieges wurde die Bahnlinie zwischen Fürth am Berg und Neustadt b. Cob.
durch die Zonengrenze (spätere DDR-Grenze) unterbrochen. Fortan verkehrten
die Züge nur noch bis Fürth am Berg, das kurze Teilstück von Neustadt b. Cob.
bis Neustadt-Süd verblieb als Anschlussgleis. Auf Gebiet der DDR verblieb
das Streckenstück mit dem Bahnhof Heubisch-Mupperg.
Zum 1. Juni 1975 stellte die
Deutsche Bundesbahn den Personenverkehr nach Fürth am Berg ein. Fortan
rollte nur noch der Güterzug bis Hof-Steinach und darüber hinaus im
Auslaufbetrieb bis Wörlsdorf-Hassenberg. Nach Fürth am Berg gelangten bis
1986 noch sporadisch einzelne Güterwagen mit Landmaschinen. Der
Auslaufbetrieb bis Wörlsdorf-Hassenberg endete im Mai 1989 (offizieller
Einstellungstermin 31.12.1988). Der Güterverkehr auf dem verbliebenen 17,8
km langen Teilstück bis Hof-Steinach endete am 31. Mai 1992.
Der Rückbau der Bahnstrecke
erfolgte in mehreren Teilen, so Anfang 1988 zwischen Wörlsdorf und Fürth und
im Herbst 1990 von Hof-Steinach bis Wörlsdorf. Im Herbst 1992 wurde der
Bahnhof Hof-Steinach zurückgebaut, das Streckenstück von Weidhausen bis
Hof-Steinach folgte ein Jahr später. Der Abbau des letzten Abschnittes von
Ebersdorf b. Cob. bis Weidhausen geschah im Jahr 2000, nachdem sich eine
geplante Reaktivierung zerschlagen hatte.
Die gesamte wechselvolle
Geschichte der Bahnlinie findet sich in den Büchern „Die
Steinachtalbahn“ und
„Eisenbahn im Coburger Land“
Modell
Das Interesse der
Eisenbahnfreunde Steinachtalbahn-Coburg gilt seit Jahren der
mittlerweile aus der
Landschaft verschwundenen Bahnstrecke. Dies spiegelt sich auch im
Vereinsnamen wieder. Die vom
Verein durchgeführten zahlreichen Sonderfahrten auf der
Strecke in den 1980er und
1990er Jahr bleiben unvergessen.
Bereits 1989 wurde mit dem
Bau der ersten Teilstücke der Steinachtalbahn begonnen. Bis
1992 konnten insgesamt fast
13 Meter Streckenlänge dem Original nachempfunden
werden. Die Fachzeitschrift
„MIBA“ stellte die Anlage in ihrer Ausgabe November 1992
ausführlich vor.
Die im Wechselstrom-System
betriebene Anlage wurde in den Folgejahren auf zahlreichen

Ausstellungen präsentiert.
Der häufige
Transport und oft wechselnde
Lagerstätten
hinterließen jedoch im Laufe
der Zeit
deutliche Spuren. Zudem nahm
die Anlage
durch nicht genormte Module
sehr viel Platz
in Anspruch.
So entschloss man sich im
Herbst 2000 zum
Neubau der Anlage. Dabei
wurde auch gleich
das Stromsystem (jetzt
Gleichstrom)
gewechselt. Dies ermöglichte
den Einsatz
maßstäblicher Gleisprofile
mit Nachbildung
der beim Original
vorhandenen
Stahlschwellen (mit Ausnahme
von
Holzschwellen im Bahnhof
Fürth am Berg).
Die Schwerpunkte beim Modell
sind wie folgt:
Ziel ist es, die Anlage
relativ
platzsparend in U- bzw.
später O-Form zu
bauen. Desweiteren sollen
die Bahnhöfe mit
Einschränkungen sowohl in
Hinsicht auf Gleisanlagen und Gebäude möglichst originalgetreu
nachempfunden werden. Die
freie Strecke soll in Anlehnung an die landschaftlichen Gegebenheiten
großzügiger gestaltet
werden, jedoch den Charakter der dortigen Landschaft wiedergeben
(hinsichtlich Flußverlauf,
Erhebungen etc.).
Die Anlage wird digital
gesteuert. Zum Einsatz kommen die Lokomotiven und
Zuggarnituren der Epoche III
und frühen Epoche IV mit den Lokbaureihen 64, 86, V80,
V100 und Schienenbus.
Die wichtigsten Daten:
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